Tiengen ist das gallische Dorf

  • UWerner
  • 29. Mai 2019

Analyse Kommunalwahl

Wo in Freiburg die Grünen nicht vorne lagen

 

Von Thomas Jäger

 

In ganz Freiburg liegen die Grünen vorn. In ganz Freiburg? Nein! Zwei kleine Orte am Tuniberg setzen Kontrapünktchen in der „Green City“ der etwas anderen Art.

 

In 37 der 39 Stadtbezirke haben die Grünen bei der Kommunalwahl mehr Stimmen erhalten als jeder ihrer 17 Mitbewerber. Doch in Tiengen verweist die CDU die ins Bürgerliche gewendete Öko-Partei knapp auf Platz 2 (mit 18,5 zu 17,3 Prozent), in Waltershofen sind’s die Freien Wähler (19,8 zu 19 Prozent). Auch sonst zeigt die Analyse der Quartiersergebnisse manches interessante Detail.
Die Grünen-Hochburgen liegen auch diesmal mit je knapp unter einem Drittel der Stimmen vor allem in Vauban, der Wiehre und im Osten der Kernstadt. Den größten Satz nach vorne machten sie in Günterstal – um 10 Prozentpunkte auf 29,1 Prozent. Der größte Verlust waren 2,5 Prozentpunkte in Rieselfeld (auf 27,1 Prozent).

Davon kann die CDU nur träumen: In vier Stadtbezirken waren die Abstürze sogar zweistellig, am heftigsten im einstigen Stammland Waltershofen – ein Minus von 17 Prozentpunkte auf nun 18,2 Prozent. Und die bedeuten sogar immer noch den stadtweit zweitbesten Wert der Christdemokraten.

Rein von den Zahlen her ähnlich polarisierend wie die CDU – mit Quartierswerten von 2,8 Prozent (Vauban) bis 18,5 Prozent (eben Tiengen) – ist die AfD. Der neue Rechtsausleger im Gemeinderat kommt auf eine Bandbreite von 1,0 Prozent (wieder in Vauban) bis 14,3 Prozent (Landwasser). Außer in Vauban hätte übrigens das Ergebnis in jedem anderen Bezirk der AfD mindestens einen Sitz beschert: 1,4 Prozent reichten diesmal für den Einzug ins Stadtparlament, und da liegt sie 38 Mal drüber.

Genau auf diesen Wert kam stadtweit übrigens die Liste Teilhabe und Inklusion (Bestwert: 2,2 Prozent in Rieselfeld). In Opfingen begeisterten sich sogar 2,6 Prozent der Wählenden für Für Freiburg. Doch wegen vieler Null-Komma-Werte andernorts und 1,0 Prozent im Schnitt gab es – anders als 2014 – keinen Sitz mehr im Gemeinderat.
Erst recht nicht für die Nicht-Liste, die zwar nicht nichts erreichte, aber doch auch nirgends mehr als die 0,6 Prozent im Bezirk Altstadt-Ring.

Ansonsten haben es alle geschafft in den buntesten Freiburg-Rat aller Zeiten: die Freien Wähler mit ihren Höchstwerten in den Ortschaften (fünfmal 10 bis 20 Prozent), die Linke Liste mit vielen Fans in Vauban, Brühl, Stühlinger, Haslach (je zweistellig bis maximal 15,0 Prozent), und die Grüne Alternative Freiburg (Bestwerte mit 10 oder 11 vor dem Komma in Stühlinger, Brühl, Altstadt und Vauban). Freiburg Lebenswert schafft’s immerhin einmal zweistellig (14,6 Prozent in Mooswald-West), während Junges Freiburg (Höchstwert 9,0 Prozent in Rieselfeld), FDP (8,9 Prozent, Opfingen), Die Partei (4,8 Prozent, Brühl-Güterbahnhof), Kulturliste (4,3 Prozent, Mittelwiehre), Unabhängige Frauen (3,6 Prozent, Vauban) sowie die Newcomer Urbanes Freiburg (6,9 Prozent, Alt-Stühlinger) und Bürger für Freiburg (3,5 Prozent, Munzingen) klar in der U 10-Liga bleiben.

War da nicht noch jemand? Ach ja, die SPD. Die einstige Volkspartei bewegt sich jetzt stabil in einem Bereich, der einst für die FDP mal ein Erfolg gewesen wäre: zwischen 9,1 Prozent (Altstadt-Mitte) und 15,0 Prozent (Mooswald-West). So etwas wie Hochburgen gibt es längst nicht mehr, aber auch keine Stadtteile, in denen die Sozialdemokraten – siehe CDU – total abgewatscht werden.

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