Lärm und Ferienwohnungs-Pläne (BZ, 17.10.2019)

  • UWerner
  • 19. Oktober 2019

Von Eva Opitz

Ein Haus an der Alten Breisacher Straße in Tiengen war gleich doppelt Thema im Ortschaftsrat
FREIBURG-TIENGEN. In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats Tiengen am Dienstagabend entstand eine intensive Diskussion über eine starke Lärmbelästigung im Ort. Dazu kamen Anträge zu Verfügungsmitteln sowie eine Wahl in den Vorstand des Trägervereins „Kinder- und Jugendarbeit Tuniberg“.

Beim ersten Tagesordnungspunkt „Bürgerfragen“ berichteten leidgeprüfte Anwohner über massive nächtliche Ruhestörungen, die von einem Haus an der Alten Breisacher Straße ausgingen. In dem Anwesen, das ein Tiengener vor zwei Jahren gekauft hatte, seien bis zu 15 Monteure und Arbeiter untergebracht. Die Nachtruhe missachtend hielten sie sich oft rauchend draußen auf, würden laut mit der Familie in Rumänien oder Russland telefonieren und genauso laut miteinander reden. Jeder Versuch, im Gespräch mit dem Vermieter für eine ungestörte Nachtruhe zu sorgen, sei gescheitert. Eine Anwohnerin habe daher einen Anwalt eingeschaltet.
Auf der Tagesordnung stand just ein Bauantrag dieses Hausbesitzers auf Nutzungsänderung des Untergeschosses in eine Ferienwohnung. Vom Baurechtsamt sei der Antrag als zulässig eingestuft worden, informierte Ortsvorsteher Maximilian Schächtele (Aktive Bürger Tiengen, ABT). Er habe die Bedenken der Nachbarn kommuniziert: „Der Ortsfrieden ist uns wichtig.“
Im Antrag sei die Ferienwohnung für vier Erwachsene eingezeichnet, sagte Christian Geißler (ABT): „Das passt nicht zur aktuellen Situation.“ In der Wohnung stünden lediglich eine Toilette und eine Dusche zur Verfügung, bemängelte Wilhelm Schlatter (Wählervereinigung Tiengener Bürger): „Für so viele Leute ist das nicht akzeptabel.“ Wäre es wirklich eine Ferienwohnung, hätte der Ort etwas davon, fügte Mirjam Krines (SPD und Unabhängige Bürgerinnen und Bürger, SPD+UBB) hinzu, aber: „Wohnungen für Monteure gehören in die Randlage, nicht mitten ins Dorf.“ Die Ablehnung des Antrages erfolgte einstimmig, die eigentliche Entscheidung trifft aber das Baurechtsamt.
Die Einigkeit galt auch für drei Anträge zu Verfügungsmitteln, diesmal jedoch mit kompletter Zustimmung. Die Projektgruppe „Kinder, Jugend und Vereine“ kann sich über 1000 Euro freuen, mit denen sie 2020 ein großes Familienfest am Reutemattensee plant. „Dabei können sich die Vereine im Ort einbringen“, sagte Kerstin Lienhard (SPD+UBB). Sie schlug vor, die Veranstaltung im Freiburger Festkalender des Jubiläumsjahres zu veröffentlichen: „Wir freuen uns über Besucher aus der Kernstadt.“ Es müsse nicht alles dort stattfinden. Unzufrieden zeigte sich Schächtele in diesem Zusammenhang über die Planung des Festes der Freiburger Ortschaften im Jubiläumsjahr: „Wir haben uns einen Samstag gewünscht.“ Außer der Verschiebung auf Sonntag, 12. Juli, sei zudem ein neuer Platz zugeteilt worden: statt des weiträumigen Platzes der Alten Synagoge ein viel beengteres Areal direkt vor dem Theater.
Für 250 Euro kann die „Projektgruppe Dorfbild“ Blumensamen kaufen. Am Rosengartenpfad sollen drei weitere Bänke aufgestellt werden. Dank der Eigenarbeit des Gemeindearbeiters sei ein Kostenvoranschlag von 1000 Euro realistisch, so der Ortsvorsteher. Der Ortschaftsrat wählte Doris Brazda (SPD+UBB), ehemalige Lehrerin an einer Werkrealschule, einstimmig in den Vorstand des Trägervereins „Kinder- und Jugendarbeit Tuniberg“.
Auf Zustimmung stießen die Vorschläge, in der übernächsten Ratssitzung den Perspektivplan 2040 auf die Tagesordnung zu setzen, sowie bei einigen Ortsthemen häufiger Verantwortliche einzuladen.
Sitzungsdauer: 60 Minuten.
Teilnehmer: 13 von 14 Räten.
Zuhörer: fünf.

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