In Tiengen konkurrieren nun vier Listen um die Ortschaftsratssitze

  • UWerner
  • 17. Mai 2019

Von Eva Opitz

Fr, 17. Mai 2019

Zwei der bisher drei amtierenden Räte der Liste „Aktive Bürger Tiengen“ haben zur Kommunalwahl die Liste „Bürger für Tiengen“ gegründet.

FREIBURG-TIENGEN. Auf den ersten Blick hat sich in Tiengen nicht viel verändert. Neun von zwölf aktuellen Räten kandidieren erneut für den nächsten Ortschaftsrat. Ortsvorsteher Maximilian Schächtele führt die achtköpfige Liste „Aktive Bürger Tiengen“ (ABT) an und kandidiert wieder für das Amt des Ortsvorstehers. Damit sind die Übereinstimmungen mit der jetzigen Situation

jedoch beendet. Von der Liste „ABT“ haben sich die beiden anderen amtierenden Räte Alfred Plank und Stefan Haager abgemeldet und die „Bürger für Tiengen“ gegründet, so dass die Tiengener in weniger als zwei Wochen die Wahl zwischen vier statt wie bisher drei Listen haben. Uneinigkeiten in der Auswahl der politischen Ziele und der damit verbundenen Strategie seien ausschlaggebend gewesen, so Schächtele. „Ich trete wieder an, um meine Arbeit zu Ende zu bringen“, sagt der Ortsvorsteher: „Verwaltung ähnelt eher einem Marathon als einer Kurzstrecke.“ Er sei froh, das Baugebiet „Sechzehn Jauchert“ abgeschlossen und „Hinter den Gärten“ auf den Weg gebracht zu haben. Der Neubau des Edeka-Marktes sei angestoßen. Es fehle noch die Entwicklung eines Kleingewerbegebietes sowie die Verwirklichung der im Flächennutzungsplan 2020 aufgeführten Umfahrung Süd.

Wie in den anderen Stadtteilen ziehen sich in Tiengen zentrale Themen wie Ortsentwicklung, Stärkung der Vereine, Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit, altersgerechtes Wohnen sowie der Einsatz für eine weiterführende Schule am Tuniberg durch den Wahlkampf. Die Liste „Aktive Bürger Tiengen“ unterscheidet sich von den anderen Listen durch ein paar konkrete Vorschläge wie die Einrichtung eines Waldkindergartens, der Entwicklung eines Bauernmarktes am Dreschschopf, die Forderung von 100 Solardächern im Dorf oder die Schaffung eines ehrenamtlichen Seniorenberaters.

Bei der „Wählervereinigung Tiengener Bürger“ (elf Kandidierende) steht Listenführer Wilhelm Schlatterer nach eigenem Bekunden wieder für den Posten des stellvertretenden Ortsvorstehers zur Verfügung. Für ihn ist eine gute Infrastruktur wichtig, die die Nahversorgung garantiert, sowie senioren- und behindertengerechtes Wohnen. Als Landwirt setzt er sich für die Unterstützung der Landwirtschaft ein. „Wir brauchen zudem eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs“, sagt er. Am Herzen liegt ihm auch die energetische Sanierung von maroden Strukturen in öffentlichen Gebäuden wie Grundschule, Sporthalle, Feuerwehrgerätehaus und Rathaus.
Die Liste „SPD und unabhängige Bürgerinnen und Bürger“ (SPD+UBB) reagiert als einzige auf die Erhöhung der Zahl der Räte auf 14 Sitze und stellt ebenso viele Kandidaten auf. Spitzenkandidatin Kerstin Lienhard nennt als Schwerpunkte die Verbesserung des Nahverkehrs zwischen den Tuniberg-Orten, mehr Bürgerbeteiligung, ein Gymnasium am Tuniberg sowie den Ausbau von Kita und Schule parallel zur Entwicklung der Baugebiete.

Die neue Liste „Bürger für Tiengen“ sieht ihre Aufgabe unter anderem darin, eine von ihnen wahrgenommene Ausrichtung auf Freiburger Interessen zu hinterfragen. „Wir wollen vor allem Impulsgeber für die Bürger in Tiengen sein“, so Listenführer Alfred Plank. Dazu gehöre eine dringend nötige Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs am Tuniberg: „Ein weiteres Thema ist die Entwicklung des Reutemattensees zusammen mit den Vereinen.“ Der Schwerpunkt liege zudem auf Teamarbeit und Kommunikation über soziale Medien. Bei den drei letztgenannten Gruppen bleibt die Frage, wer für den Posten des Ortsvorsteher favorisiert wird, offen.

Wahl in Tiengen

Einwohner: 3356 (Stand Ende 2018)
Ortsvorsteher: Maximilian Schächtele (Aktive Bürger Tiengen) tritt wieder an.
Räte: bislang 12 (aktuell fünf für die „Wählervereinigung Tiengener Bürger“, vier für „SPD und unabhängige Bürgerinnen und Bürger“ sowie drei für „Aktive Bürger Tiengen“), nach der Wahl 14.
Nicht mehr zur Wahl stehen von den Amtierenden Sonja Krinke und Adolf Mößner („Wählervereinigung Tiengener Bürger“) sowie Georg Textor („SPD und unabhängige Bürgerinnen und Bürger“).

 

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