Bürgergespräch vor Ort: Martin Horn in Tiengen

  • UWerner
  • 29. Juni 2019

Aus der Badischen Zeitung:

Bauen und Verkehr als Hauptthemen

Von Eva Opitz

Sa, 29. Juni 2019

Martin Horn kam bei „OB vor Ort“ mit Tiengenern ins Gespräch.

In der Reihe „OB vor Ort“ hat Martin Horn am Donnerstagabend seine öffentlichen Bürgergespräche fortgesetzt. Im gut besetzten Tuniberghaus Tiengen kamen viele Themen im Dialog zwischen Oberbürgermeister und Publikum zur Sprache.

Wünsche, Fragen und Sorgen im Austausch mit den Bürgern standen für Oberbürgermeister Martin Horn im Vordergrund des Abends. Die ließen auch nicht lange auf sich warten, als Ortschaftsrat Karl-Heinz Geppert von der Projektgruppe Verkehr barrierefreie Gehwege und Bushaltestellen sowie eine komplette Tempo-30-Zone im Dorf anmahnte. Der OB bedauerte den städtischen Schilderwald mit unterschiedlichen Tempoangaben, wies aber auf die rechtlichen Schwierigkeiten hin. Der Gemeinderat habe die Mittel für barrierefreie Verkehrswege jedoch verzehnfacht, und jede neue Bushaltestelle der Freiburger Verkehrs-AG (VAG) werde barrierefrei ausgebaut. „Ich kann mir Freiburg als zukünftige Modellstadt mit einem einheitlichen System gut vorstellen“, so Horn. Er versprach, die VAG auf eine Änderung der Bushaltestellen im Nachtbetrieb anzusprechen, damit die Jugendlichen schneller nach Hause kämen. Was den geplanten Stadttunnel angehe, hoffe er innerhalb der nächsten zehn Jahre auf konkrete Ergebnisse.

Neue Akzente versprach er sich mehrfach im Laufe des Abends von den Werkstattgesprächen zum Rahmenplan Tuniberg. Dazu gehörte unter anderem die Idee eines Energiekonzeptes für den Tuniberg sowie die vorgetragene Idee eines Verkehrskreisels in Tiengen, der – am Eingang des Dorfes von der Stadt her kommend – den Verkehr nach Munzingen und Mengen auffange.

Breiten Raum nahm das Thema Bauen und Wohnen ein, das einige Zuhörer mit der Aufforderung nach nicht-gewinnorientiertem genossenschaftlichem Bauen verbanden, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Wir müssen mit der Freiburger Stadtbau und Genossenschaften wachsen, um wieder einen Wohnungsmarkt zu bekommen“, stimmte Horn zu. Die Planung für das Baugebiet „Kleineschholz“ in der Umgebung des neuen Rathauses sei ein gutes Beispiel. Wichtig sei ihm, Wohnraum für Menschen in Ausbildung zu schaffen. Die Mitarbeiter des Referats für bezahlbares Wohnen seien im Kontakt mit Eigentümern leerstehender Wohnungen, die die Stadt übergangsweise anmieten wolle. Dass Freiburg Gewerbeflächen brauche, traf bei dem OB auf offene Zustimmung. Er sieht eine Option in einer Stadt- und Landesgrenzen überschreitenden Zusammenarbeit sowie einer Ausweitung der Start-up-Szene.
Wie immer am Tuniberg war das Fehlen einer weiterführenden Schule ein heißes Thema. Ortschaftsrat Stefan Haager rechnete vor, wenn etwa zwölf Millionen Euro in die folgenden Doppelhaushalte eingebracht würden, könnte in fünf Jahren die Einweihung gefeiert werden. Horn verwies auf die Herausforderungen für die städtischen Ressourcen, war sich aber mit dem Publikum einig, dass der Tuniberg ein Schulzentrum brauche: „So weit wie jetzt waren die Überlegungen noch nie gediehen.“

Horn zeigte auch Verständnis für den Wunsch der Tiengener Senioren, ihren Lebensabend in der gewohnten Umgebung zu verbringen, konnte aber außer Gesprächsangeboten keine konkrete Vorstellung entwickeln.

Dagegen zeigte er sich bereit, dem Gemeinderat vorzuschlagen, mehr Geld für die Arbeit und Projekte der Vereine zu bewilligen. Er lobte die Arbeit der Flüchtlingshelfer im Dorf und bestätigte, dass an Standort und Nutzung des Flüchtlingsheimes nichts geändert werde. Einige Besucher verbanden das Thema mit der Aufforderung, mehr Geld in die Infrastruktur der Dörfer zu investieren, konkret in Schulen und Kitas. „Wir kommen mit dem Bau von Kitas kaum hinterher“, betonte der OB. Er verwies auf die geplante Kita mit vier Gruppen im Baugebiet „Hinter den Gärten“.

Auf die Kritik von Ortschaftsrat Wilhelm Schlatter, dass viele Freiburger den Tuniberg bisher nicht wahrgenommen hätten und eine touristische Aufwertung ihn näher an die Stadt bringen könne, reagierte Horn schnell: „In der nächsten Mitarbeiterzeitung der Verwaltung wird der Tuniberg vorgestellt.“

Zum Ausklang stimmte er die Tiengener auf das Jubiläumsjahr 2020 ein: „Es soll ein besonders Jahr werden mit vielen Feiern.“ Für die Tiengener fängt es schon mal gut an: Der Jubiläumswein 2020 kommt aus den Reblagen des Dorfes.

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