Gelungene 1130-Jahrfeier in Tiengen

  • UWerner
  • 27. Juli 2018
Nachtrag zum Dorfjubiläum am 4. August am Tuniberghaus
Trotz der Hitze kamen bereits am frühen Nachmittag die ersten Bürgerinnen und Bürger zu unserem Jubiläumsfest. Gegen 16 Uhr, zur Ansprache von Frau Pfarrerin Steidel und dem Ortsvorsteher, war der Festplatz schon dichter gefüllt.
Zum Abend bis zum Ende war der Platz vor dem Tuniberghaus gut besucht und die Besucher erfreuten sich am köstlichen Essen aus den Food-Trucks, an den Weinen der Tiengener Winzer und am Getränkestand der Tiengener Landjugend.
Ein herzlichster Dank gilt allen Beteiligten, die dieses Event ermöglicht haben – insbesondere den Damen Schlatter  und Simon.
(Max. Schächtele)
Folgendes war in der BZ zu lesen:

Darum hat Tiengen 1130 Jahre gefeiert

Von Eva Opitz

Di, 07. August 2018

Weil das 1125-jährige Bestehen vergessen wurde, holte Tiengen die Party nach – und feierte die unübliche Jubiläumszahl 1130.

FREIBURG-TIENGEN. Wer beim Bau des Tuniberghauses daran gedacht hat, den Vorplatz zu bepflanzen, dem gehört nachträglich ein Lob ausgesprochen. Dank der Schatten spendenden Bäume ließen sich am Samstagnachmittag bis in den Abend hinein immer mehr Tiengener trotz der großen Hitze auf den Bänken nieder, um gemeinsam 1130 Jahre Tiengen zu feiern.

Kinder mit Eiswaffeln in der Hand wuseln um die Tische herum, testen die Hüpfburg oder lassen sich abenteuerlich schminken. Eine Kaffeebar und meterweise Hefezopf laden die Erwachsenen ein. Wer es deftiger mag, hat die breite Auswahl zwischen den Angeboten der anwesenden Foodtrucks. Gastgeber sind der Ortschaftsrat und die Verwaltung. „Wir haben seit Jahren Verfügungsmittel zurückgestellt, um dieses Fest zu feiern“, sagt Ortschaftsrat Wilhelm Schlatter. „Für die Vereine und die Tiengener Bürger soll es ein entspannendes Fest sein, bei dem niemand von ihnen hinter der Theke stehen muss.“

Unüberhörbar zieht ein Helikopter mit Gästen an Bord seine Runden um die Tiengener Gemarkung. „Wir wollen jedem etwas bieten“, sagt Sandra Simon, die zusammen mit Heike Schlatter die Organisation übernommen hat. Viele Bürger engagierten sich, um Tiengen lebens- und liebenswert zu erhalten. „Ihnen wollen wir etwas zurückgeben.“ Bei so einem Fest könne man sich Zeit nehmen, miteinander zu sprechen, auch wenn man im Alltag oft aneinander vorbeigehe.

Bleibt die Frage, wieso Tiengen ein Fest mit der für Jubiläen unüblichen Jahreszahl 1130 feiert. Ortsvorsteher Maximilian Schächtele hat darauf in seiner Rede zur Begrüßung der Gäste eine einfache Antwort. „Das 1125-jährige Bestehen wurde vergessen und das holen wir jetzt nach.“ Die letzte große Feier sei die 1100-Jahrfeier gewesen. „Die Geschichte des Dorfes und die Identifikation der Bürger mit den historischen Ereignissen fördere die Dorfgemeinschaft, so Schächtele.

Tiengen wird zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als Arnulf, König des Ostfränkischen Reiches, im Jahr 888 dem Abt Bernhard von St. Gallen seinen Besitz zu Tiengen, das damals Tuginga hieß, auf Lebzeiten überließ. „Die Kirche hat er gleich mit verschenkt“, erklärte Pfarrerin Stefanie Steidel, die im Dialog mit Schächtele die Tiengener begrüßt. Zum Geschenk gehörten auch Höfe, alle Gebäude sowie Wiesen und Weiden. Sogar die Diener seien mit übergeben worden.

Die Verbindung mit St. Gallen dokumentiert noch heute der Bär im Wappen von Tiengen. Das aufrecht stehende Tier, so die Legende, war handzahm gegenüber dem heiligen Gallus, einem Wandermönch und Missionar aus dem 6. Jahrhundert. Er gilt als Gründer des Klosters St. Gallen. Steidel erinnert auch an die Zeit, als die Religion die Dörfer trennte. „Bis ins letzte Jahrhundert hinein hatten Tiengener, die sich in einen Munzinger oder eine Munzingerin verliebten, einen schweren Stand.“

Die achtjährige Sarah kümmert das wenig. Eine gelb-grüne Gummipalme, die im hohen Bogen Wasser verspritzt, ist weitaus attraktiver als Reden zur Dorfgeschichte. „Echt cool“, lautet ihr Urteil. Leichte Kritik kam von Helmut Lörch (80) und Horst Jenne (77), beide alteingesessene Tiengener, die sich an die 1100-Jahr Feier mit dem Auftritt der Trachtenkapelle erinnern. „Schade, dass heute niemand spielt.“ Als ob sie jemand gehört hätte, werden auf der kleinen Bühne vor dem Tuniberghaus Musikgeräte aufgestellt.

Entgegen der Ankündigung ist die Feier nicht um 18, sondern um 23 Uhr zu Ende. Die leichte Abkühlung gegen Abend bringt noch einmal viele neue Besucher auf den Festplatz, die der Livemusik von Mike Furtwängler lauschen. „Trotz der Hitze war es ein erfolgreiches Familienfest“, freut sich Heike Schlatter. Das kostenlose Angebot von Eis, Kaffee, Kuchen und Luftballons sei sehr gut angenommen worden.

Anstehende Veranstaltungen

Zwiebelkuchenfest

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Konzert: Kulturverein Tiengen

Kulturverein e.V.

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Herbstritt

Reitclub Tuniberg e.V.

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